Uruguay (Bericht 1 – 4)

 

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Deutschland | Uruguay

 

August 2019

1. Bericht – Mitte August 2019

 

Nun ist unser Traum Realität geworden!

Vor 3 Tagen sind wir mit knapp 300 weiteren Passagieren bei strahlendem Sonnenschein, 4 Grad Celsius und einem eisigen Wind hier in Südamerika angekommen.

 

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Kopfmäßig wird es noch etwas dauern „anzukommen“, wir fühlen uns wie in einer südeuropäischen Stadt. Uruguay soll das europäischste Land in ganz Südamerika sein. Die Stadt Montevideo (1) hat ihren ganz besonderen Reiz – gegensätzlicher könnte sie nicht sein. Neben eleganten, reichen Stadtvierteln auch Viertel, in denen die Armut nichts Schönes mehr erlaubt.

 

 

Der Rio de la Plata (hier 60 km breit) lässt nicht erahnen, dass schräg gegenüber die argentinische Hauptstadt Buenos Aires liegt.

 

 

Die Altstadt, inzwischen intensivst erkundet (erlaufen), liegt auf einer Halbinsel.

Neben schön restaurierten Gebäuden aus der Kolonialzeit und der Jahrhundertwende (Belle Epoque) mit ihren aufwendigen Stuckarbeiten, schmiedeeisernen Toren, wertvollen Holztüren, Marmortreppen, wunderschönen Innenhöfen – das hässlich Verfallene, verwahrloste Ecken: uns blutet das Herz. Fassaden, die an den Reichtum alter Zeiten erinnern, und dazwischen immer wieder architektonische Kostbarkeiten und nüchtern-moderne Neubauten mit eindrucksvollen (Glas-)Fassaden.

Diese Kontraste machen den Reiz des alten, ursprünglichen Montevideo aus.

 

 

In den einen Straßen dominieren die prunkvollen Bauten (heute meist Banken), in anderen finden sich schöne alte Cafés, Bars, Geschäfte, Museen.

 

 

Grünanlagen laden auch jetzt zum Verweilen ein – dick vermummt genießt man die ersten Strahlen der Frühlingssonne. Jetzt ist noch immer alles kahl, Knospen verheißen ausreichend Schatten im Sommer.  Deutlich spürt man das Erwachen der Natur – Sperlinge, die ungeniert mit ihrer Balz beschäftigt sind und genüsslich Sandbäder nehmen; kleine grüne Papageien suchen emsig unter lautem Geschrei nach Baumaterial. Es macht Spaß, ihnen zuzuschauen, ihre großen Nester zu bewundern.

 

 

Schön ist es hier!

Die Leute sind überaus freundlich und zuvorkommend, wir als Deutsche sind willkommen.

Von Colonia (2) – einem der beliebtesten Touristenziele Uruguays, gegründet 1680, also 46 Jahre älter als Montevideo –  verspricht der Reiseführer (Auflage 1996 …) mehr, als wir jetzt vorgefunden haben. Vieles hat sich wohl in der Zwischenzeit getan. Ein nettes Städtle, im Sommer sicher überflutet von Touristenströmen.

 

 

2. Bericht – 25.08.2019

 

Der Papierkrieg, das Stempeleinsammeln, das Aufsuchen der verantwortlichen Agenten – alles erledigt. Aber – noch immer warten wir auf unseren Husky. Mit dem Mietwagen erkunden wir, mal auf Asphalt, mal auf Pisten, die weitere Umgebung MVDs. Sind unterwegs auf der Interbalneario Richtung Osten gen Punta del Este (3), entlang des Río de la Plata – ein Zwischending zwischen Meeresbucht und Flussmündung. Flach, höchstens 25m tief, Schlammmassen anderer großer Zuflüsse färben ihn schmutzig-gelblich trüb.

Dann Richtung Minas (4), ins Departamento Lavalleja, vorbei an Eukalyptuswäldern.

Sie werden als schnellwachsendes Nutzholz geschätzt. Umstritten ist der Plantagenanbau: nach 2-3 Generationen sind die Böden für die Landwirtschaft kaum noch zu gebrauchen. Weiter geht’s  durch hügelige Weidelandschaft, in der nun die ersten Pferde- und Rinderherden zu sehen sind. Der nackte Fels tritt hier häufig zutage, teilweise wunderschöne, eindrucksvolle Landschaft, mit flachen Tafelbergen und Höhenrücken.    

 

 

Auf dem Rückweg über die „Ruta Panorámica“. Die einzige Verbindung zwischen Ruta 8 und Ruta 12: eine 20 km lange Piste.

 

 

Kurz vor Piriapolis steht der dritthöchste Berg Uruguays (493 m), auch ein Zuckerhut: der Cerro Pan de Azúcar (5).

 

 

Nach 3 Tagen wird das Mietauto durch erneute kilometerlange Fußmärsche ersetzt, diesmal in die „Neustadt“.

 

Puerta de Ciudadela an der Plaza Independencia

 

Dieses Tor, der letzte Rest der 1877 abgerissenen, 100 Jahre lang bestehenden alten Stadtmauer, bildet seit 1959 den Übergang zur Altstadt.

 

Impressionen aus der Neustadt:   

 

 

Ein seltsam aussehender Baum erweckt unser Interesse. Bei Nachfragen schauen wir in ratlose Gesichter. Kommentare mit abschätziger Gestik: „Nichts Besonderes, ein Baum halt, macht nur Dreck.“

 

 

Tante Google klärt uns auf: Die rote Märzblüte des Ceibo-Baums ist die „Nationalblüte“ Uruguays. Die Stacheln am Stamm deuten auf das Alter hin: je älter der Baum (bis 500 Jahre), desto weniger davon. Er saugt Wasser auf, nimmt Flaschenform an. „El Palo Borracho“ (der besoffene Baum) nennt man ihn dann. Also, alles andere als nur „ein Baum, der Dreck macht“.

Für die „Altchen“ ohne digitale Medien suchen wir Postkarten. Eine Odyssee! Ist hier das analoge Zeitalter etwa vorbei? Endlich werden wir fündig. Briefmarken gibt’s nebenan in der Apotheke (!) …

Zurück im Hotel treibt uns der Hunger nach gegenüber in den Mercado del Puerto zu den Asaderos. Nichts für Vegetarier – danach ist Kleiderwechsel angesagt.

 

 

Schlechte Nachrichten. Das Schiff ankert noch im Río de la Plata vor Montevideo: Eine weitere Verlängerung im Hotel steht an.

Am nächsten Morgen geht’s mit dem Taxi in die Nordstadt zum Barrio Reus – ärmliche Gegend, Straßen voll mit (Ramsch)Läden. Die für dieses Viertel charakteristischen bunten Häuserzeilen – leider auch wieder heruntergekommen. Mit 2 älteren Damen entspinnt sich ein Schwätzchen, Verabschiedung mit Küsschen – in D undenkbar!  

 

 

Heute am letzten Tag – der Markt Feria Dr. Tristan Narvaja:

 

 

Letzte Impressionen aus Montevideo – danach geht’s ans Kofferpacken.

 

 

September 2019

3. Bericht – 08.09.2019

 

Es ist 2 Uhr morgens. Ein gewaltiges Gewitter – bereits das zweite innerhalb von 4 Tagen – steht direkt über uns. Wassermassen von oben prasseln auf’s Dach. Ein Dauerwolkenbruch von 01.00 bis 13.30 Uhr!!! Beunruhigt kontrollieren wir die Kabine auf ihre Dichtigkeit. Gott sei Dank, sie bleibt trocken. An Schlaf ist nicht zu denken, ich schreibe meinen dritten Bericht, während Stephan wieder eingeschlafen ist.

Erst einmal ein Rückblick:

Genau 2 Wochen sind wir on tour, alles hat sich eingespielt, alles ist an Ort und Stelle, was nicht bedeutet, dass dennoch Suchaktionen an den Nerven kratzen. Was soll’s – wir sind im Rentner-Flow, haben viel Zeit.

Mit 10-tägiger Verspätung kommt unser Husky unversehrt in MVD an. Noch einmal nimmt ein Papierkrieg seinen Lauf. Dieses Mal mit Hilfe eines Agenten. Er lotst uns anderthalb Stunden über das riesige Hafengelände. Nicht der kilometerlange Fußmarsch ist das Problem, sondern diese versteckten „Büros“ zwischen 12 m hoch aufgetürmten Containern – diese unterschiedlichen Anlaufstellen selbstständig zu finden: eine Odyssee!! Wir raten davon ab, diese Aktion im Alleingang bewältigen zu wollen. Eduardo ist jeden Cent wert!

Der Scanner gibt uns grünes Licht – nichts „Verdächtiges“ an Bord.

 

 

Auch der Zoll, vor dem wir unsere „Mitbringsel“ geschickt versteckt hatten, zeigt dafür kein Interesse. Problemlos bekommen wir den letzten Stempel, die letzte Unterschrift, das wichtigste Dokument (wird gleich im Tresor verstaut): unser Husky darf sich hier legal jetzt 90 Tage aufhalten.

Jetzt heißt es den Tank füllen (ca. 1 € / Liter – wohl der höchste Preis in Südamerika), Gasfüllung zu organisieren, Lebensmittel zu bunkern und die zukünftigen „Aufgaben“ zu verteilen.

Am Ufer des Río de la Plata finden wir einen Übernachtungsplatz mit Blick auf die Skyline von MVD.

Der nächste Morgen: Wir verabschieden uns von dieser Stadt, deren morbider Charme bei unserem „Zwangs“aufenthalt keine Langeweile aufkommen ließ. Endlich kann es losgehen!

 

 

Am gewaltigen Fluss entlang geht’s Richtung Nordosten. Vorbei am Nobelviertel Carrasco – dem teuersten Wohngebiet MVDs mit schönen Stränden, parkähnlichen Grünanlagen längs des Ufers. Noch herrschen spätwinterliche Temperaturen, ein eisiger Wind bläst uns um die Ohren. Warme Klamotten und eine bullernde Heizung sorgen für Wohlbefinden.

 

 

Nächster Zwischenstopp: Punta del Este (3). Menschenleer sind die Strände auch hier, noch stehen Hotels und Strandvillen leer, exklusive Yachten warten auf ihre Besitzer – alles wie ausgestorben. Hier tummeln sich im Sommer die „Wichtigen“, die „Schönen“ und vor allem die Reichen. Mit Klatsch und Tratsch werden die Boulevardblätter gefüllt sein.

 

 

Die kaum enden wollenden weißen Strände begleiten uns Richtung Rocha (6). Eine gut fahrbare Erdstraße bringt uns ins Landesinnere zum höchsten Berg Uruguays: dem Cerro Catedral (7) (513 m hoch). Von nun an überwiegen solche Erdstraßen, auch der Zustand von Asphaltstraßen: gut bis erschreckend.

 

 

Während Stephan konzentriert um die Schlaglöcher Slalom fährt, genieße ich die wunderschöne Gegend: teils topfeben mit Bauminseln, der Horizont kaum sichtbar, dann wieder malerische Hügellandschaften, durchzogen von vielen Wasserläufen. Eindrucksvolle Landschaften mit flachen Tafelbergen, häufig tritt der nackte Fels zutage, meist direkt in der Weidelandschaft.

Aber auch die Armut auf dem Land ist immer wieder deutlich sichtbar.

Pferde kreuzen die Fahrbahn, ein Gürteltier huscht ins Gebüsch, zu schnell um es zu fotografieren. Bei besonders lohnenden Motiven erfolgt das Kommando „Stopp!“, schnell reagiert Stephan, zu behindernder Verkehr ist höchst selten. Außer den Tieren und unserem Motor ist nichts zu hören – eine friedliche Stille liegt über den Weiten. Natur pur!

 

 

Wir erreichen die Estancia von Peer (8), ein Norddeutscher, der seit 16 Jahren hier seinen Traum lebt. Drei Tage dürfen wir daran teilhaben, seine Einladung im Hotel haben wir gerne angenommen.

Diese herrschaftliche Estancia mit 170 ha Land wurde ab 1885 gebaut. 10 Jahre dauerte die Bauzeit, da die erforderlichen Materialien mühsam mit Pferde- und Ochsenkarren aus dem 120 km entfernten MVD herbeigeschafft werden mussten.

 

 

Ein Highlight ist das Fest der „Yerra“ – das Branding.

 

 

Des einen Freud, des anderen Leid: Lassos fliegen, verfangen sich im Idealfall an den Hinterläufen der Tiere und bringen es zu Fall. Stress, Panik, Schmerz pur: Drei Männerstärken erfordert es, das Tier auf die Seite zu werfen und festzuhalten. Ein Ohr wird gekappt, das andere eingeschlitzt, nicht unbedingt notwendig: es dient nur der schnelleren Identifizierung bei gemischten Herden. Dann werden ggf. die Hoden herausgerissen und schlussendlich das Brandzeichen gesetzt. Nur dieses ist die offizielle Markierung und gesetzlich vorgeschrieben. Ein anwesender Tierarzt beruhigt mich, die Tiere seien recht robust, und die Wunden verheilen in dieser Jahreszeit schnell.

 

 

Riesige Rinder- und Schafsherden (vor allem Muttertiere mit ihrem übermütigen Nachwuchs), begleiten uns auf der Weiterfahrt zur nächsten Estancia, San Pedro de Timote (9). Dazwischen grasen häufig Nandus (der südamerikanische Vogel Strauß) – aus geschmacklichen Gründen wenig bedroht vom Menschen.

Diese Estancia war im 19. und 20. Jh. eine der größten und reichsten des Landes. Einst im Besitz der Jesuiten (mit 100.000 Hektar), kam es zu mehrmaligem Besitzerwechsel. Der Engländer John Jackson kaufte das Land 1825, unter dessen Urenkel kam es zum Umbau zu einer Vorzeigeestancia – heute ist sie ein vornehmes Hotel. Hier finden wir den selten gewordenen, aber typischen Baum Uruguays: den Ombú Baum. Mit seiner ausladenden Krone (12-15 Meter) steht er meist einzeln. Er wird als Schattenspender von Mann und Tier geschätzt, daher auch der Name „Gaucho-Baum“. Der Stamm besteht nur aus mehreren Rindenschichten, hat also keinen wirtschaftlichen Wert.

 

 

Über Minas (4)

 

 

…und Rocha (6) erreichen wir wieder die Küste.

 

 

Bei Castillos (10) kommen wir in die südlichsten Palmenwälder der Welt – eine Besonderheit Uruguays. Diese drohen zu verschwinden, da Rinder und Schafe die Sprösslinge abfressen. Alte Überlieferungen berichten, dass einst diese Wälder so dicht standen, dass sich die indianische Urbevölkerung darin vor den eindringenden Spaniern verstecken konnte.

 

 

An der Laguna Negra (11) finden wir den bisher schönsten Übernachtungsplatz und bleiben zwei Tage. Die erste große Wäsche und Inventur finden statt.

 

 

Treinta y Tres (12) lädt zum Bummeln ein, für uns leider bei schlechtem Wetter: ein nettes Städtle mit schönen, aber teilweise auch verfallenen Fassaden im Kolonialstil.

 

 

Durazno (13) begrüßt uns ….

 

 

… auch mit zahlreichen platanengesäumten Straßen und Plätzen.

 

 

Die alljährliche Schlechtwetterfront – der „Temporal de la Rosa“ –  kommt auf uns zu.

 

 

In der Nacht umkreist uns ein Gewitter …. Siehe Beginn.

Bei strömendem Regen fressen wir Kilometer. Das kleine Land (etwa halb so groß wie D) ist ohnehin reichlich mit Wasser versehen. Dafür sorgen viele Lagunen hinter dem Atlantik, die zahlreichen Wasserläufe und Sumpfgebiete im Landesinnern. Und die großen Flüsse – die Ríos Negro, Uruguay und Grande, um nur die größten zu nennen, die fast alle in den Río de la Plata münden. Nicht nur am Unterlauf wirken diese riesigen Gewässer eher wie Seen, z.B. der Río Uruguay mit 10 km Breite – unvergleichbar den europäischen Flüssen, wo man noch deutlich die Ufer wahrnehmen kann.

 

 

 

 

So und jetzt? Routenänderung …

 

4. Bericht – 18.09.2019

 

Nun stehen wir vor diesem reißenden Fluss, der die Straße überspült und uns zur Umkehr zwingt. Also zurück durch das bei schönem Wetter sicher noch idyllischere Valle Eden. Ein attraktives Ausflugsziel für Erholungssuchende.

Die Sonne kämpft sich durch den wolkengrauen Himmel. Unspektakulär geht’s weiter. Eine Alternativroute bringt uns zu den Thermen von Arapey (14), wo wir zwei Tage entspannen. Diese parkähnliche, sehr gepflegte Anlage verfügt über Hotels mit ihren eigenen Thermalbädern, kleine Apartments und einen großen Campingplatz, den wir mit nur wenigen Einheimischen teilen. Mehrere Thermalbecken mit unterschiedlichen Temperaturen für Sportive, Kids und Leute wie uns stehen zur Auswahl. Wir genießen die 30 Grad warme Therme. Alleine – Luxus pur!

 

 

Später spuckt ein Reisebus seine lärmende Fracht aus und füllt damit „unser“ Becken. Spätestens jetzt hätten wir die Flucht ergriffen.

Kurz vor Salto (15) – die zweitgrößte Stadt Uruguays – zeigt sich der Frühling von der besten Seite. Endlich scheint wieder die Sonne, es ist angenehm warm, fast sommerlich. Alles fängt an zu grünen und zu blühen, reife Orangen leuchten vor dem strahlend blauen Himmel in weitläufigen Plantagen. Es ist Erntezeit. Riesige Laster und Hunderte von Kisten warten auf ihre Beladung. In Obstständen werden sie, teils schon überreif,  für einen Spottpreis (2 kg für ca. 80 Cent) angeboten. Frisch gepresster Saft aus diesen Orangen, aromatisch, zuckersüß – ein Genuss!

 

 

Salto ist eine lebendige Stadt mit schöner Kathedrale und einer Parkanlage, die von Studenten aus der nahegelegenen Uni belebt wird. Wieder füllen herrliche Kolonialfassaden die Speicherkarte der Kamera. Wir beobachten regen Baubetrieb hinter einigen: Die Fassade bleibt erhalten, es entstehen dahinter moderne Wohnungen, Geschäfte und Büros. Drogenkriminalität und Grenznähe sind leider das Problem dieser Stadt. Zehn bis zwölf Autoaufbrüche am Tag (am Wochenende mehr) sind für die Polizei an der Tagesordnung. Es ist Freitag – wir verziehen uns mit dem Vorsatz, zukünftig noch mehr auf der Hut zu sein.

 

 

Auf der Meseta de Artigas (16) finden wir ein weiteres Plätzchen, an dem wir uns drei Tage wohlfühlen. Wieder alleine! 45 m unter uns fließt träge der Río Uruguay, den sich Argentinien und Uruguay teilen. Neben dem Denkmal von Artigas, dem ehemaligen „Robin Hood“ und Freiheitskämpfer, kommen wir uns winzig vor: Auf einem 37 m hohen Steinsockel steht seine 5 m hohe Büste, sein Blick nach Argentinien gerichtet. Unserer auch! Es ist greifbar nahe, bewaldet ist das Ufer, nachts zeigen uns Lichter verschiedene Ortschaften.

 

 

Die älteste erhaltene Eisenbahnstation Uruguays (erbaut von Engländern) besichtigen wir bei Lorenzo Geyres (17). Historische Viehwaggons und Unterkünfte auf Rädern für die Arbeiter gammeln auf Nebengleisen vor sich hin.

 

 

Die Landschaft verändert sich. Obwohl Uruguay nach wie vor weitgehend von der Viehzucht lebt, finden sich hier gewaltige Flächen des Ackerbaus: Weizen, Mais etc.

In Paysandú (18) ist die schöne Basilika geschlossen – wie leider auch der lohnenswerte Friedhof.

 

 

Vor dem Grenzübertritt machen wir noch einen kleinen Bummel durch Fray Bentos (19). Schön ist der Parque Roosevelt, das große Amphitheater mit 4000 Plätzen und das Teatro Young:  Sichtbares Zeichen alten Reichtums.

 

 

Gemächlich und entspannt rollen wir der argentinischen Grenze entgegen. Der Kühlschrank ist leer, das letzte Obst gegessen, unsere „Schätze“, die wir nicht hergeben wollen, wieder gut versteckt. Doch niemand interessiert sich dafür. Aus- und Einreise werden abgestempelt, das Auto registriert, und das alles unter einem Dach. Mit „listo“ und „buen viaje“ werden wir völlig unproblematisch verabschiedet. Vorbei geht’s an Schlangen von LKW, auf die eine kompliziertere Abfertigung wartet: Waage, Scanner, Papierkrieg, etc.

Über die Puente Internacional (erbaut von 1980 – 83, 5 km lang, mit einem der größten Bögen Lateinamerikas – 220 m – in der Mitte) erreichen wir Argentinien. Wir freuen uns auf Buenos Aires und vieles mehr.

 

 

Unser Fazit zu Uruguay:

Ein nicht nur landschaftlich interessantes und liebenswertes Land. Es war ein sanfter Einstieg nach Südamerika, ein „Kulturschock“ blieb aus. Die Menschen in der Stadt und auf dem Land: aufgeschlossen, herzlich, interessiert, hilfsbereit. Und wenn all die guten Wünsche sich erfüllen, die man uns mit auf den Weg gibt, sollte auf unserer Reise nichts schiefgehen.

 

 

 

Hier   folgt ihr uns zum nächsten Routenabschnitt (Argentinien).

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